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| Die Waffen des Ekels |
| Kriminalroman von Leo P.
Ard & Reinhard Junge Dortmund 1990 7. Aufl. 1997 216 Seiten 8,40 Euro (Grafit-Verlag) 1991 für den "Glauser" nominiert Inhalt: Der Journalist Holger Saale macht Urlaub in Thailand. Statt im Bett einer hübschen Jugendfreundin landet er im Gefängnis: Hat er einen dubiosen Geschäftsmann aus Bottrop getötet? Das Video-Team PEGASUS glaubt an die Unschuld seines Mitarbeiters und ermittelt - gegen Politiker, Polizisten und Schlägertrupps in Datteln, Dortmund und Bangkok. Als härtester Gegner entpuppt sich aber ein charmanter Waffenhändler aus Lüttich ... Rezensionen: ... nach dem Geschmack der Leser. Action, Lokalkolorit und Perverses in einer vergnüglichen, spannenden Mischung. Ein Muss für jeden Krimifan. RUHRNACHRICHTEN Genial springen die Autoren zwischen mehreren Handlungssträngen, spielen mit der deutschen Sprache wie mit Verdachtsmomenten: so entsteht Lesevergnügen vom Feinsten. SCHNÜSS, Bonn Spannung bis zum letzten Moment wird hier geliefert: Spannung nicht nur für die Nerven, sondern auch für die Lachmuskeln. STADTSPIEGEL, Datteln / Oer-Erkenschwick Die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion verschwimmt, schließlich beruhen die Krimis auf intensiver Recherche und intimer Kenntnis der Ruhrgebiets-Szene. HATTINGEN ZUM SONNTAG Das Gespann Ard/Junge gibt einer Kunstfigur Saures, die überaus handfeste Ähnlichkeiten zu einem real existierenden Bonner Politiker aufweist. Hier spätestens hätte der Romanspaß aufhören sollen ... Ewald B. Schulte: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt ... spritzig. DER SPIEGEL Leseprobe: Nach ein paar Schritten erreichten sie den Strand. Mond und Sterne hatten voll aufgeblendet, um ihnen heimzuleuchten, schwankende Positionslichter auf dem Meer verrieten ihnen, welche Richtung sie dabei auf keinen Fall einschlagen durften. "Schön hier", lispelte Saale. Aber das sagte er vor allem, weil es so im Konversationslexikon stand. Für eine echte Würdigung von Nacht und Natur war er schon viel zu voll. "Stimmt schon", bestätigte Schöttle, "wenn nur die Moskitos nicht wären." "Am Meer gibt es keine Moskitos." "Ist ja auch egal", winkte der Bottroper ab. "Nachts bin ich zu besoffen, um die Moskitos zu spüren. Und morgens sind die Moskitos zu besoffen, um mich zu finden." Saale gackerte los und verstummte erst, als in der Nähe ein Hund losbellte. Dann stellten sie sich nebeneinander und pissten einträchtig in den Ozean. "Hello, good evening!" Saale zerrte den Reißverschluss wieder hoch und drehte sich mühsam um. Vor ihm standen drei junge Thais. "Do you have a sigrett?", fragte ein Pagenkopfträger. "Rück mal deine Schachtel raus", leitete Saale, der Nichtraucher, die Bitte weiter. "Americans?" "No, Germans!" "Ah, Allemandes", versuchte es das Sprachgenie auf Französisch und grinste. Schöttle hatte seine Zigaretten gefunden und reichte sie hinüber. Doch der Pagenkopf konnte sie gar nicht mehr annehmen. In seiner Hand hielt er nämlich schon etwas anderes. "Das geht ganz einfach!", sagte der Doc und schaute dem Patienten für einen Augenblick in die Pupillen, ehe er seinen Blick gelangweilt auf das Operationsgebiet richtete. "Wir schneiden Ihnen zuerst zwei kleine Löcher in das Skrotum ..." "Wohin?", fragte der Patient erschrocken. "In den Hodensack", übersetzte die Sprechstundenhilfe, bevor der Urologe fortfuhr: "Und zwar genau hier!" Er tippte mit dem Druckknopf seines Kugelschreibers auf die vorgesehenen Stellen. Der Patient fuhr zurück, als hätte der Doc eine glühende Zange benutzt. "Danach schneiden wir Ihnen ein Stückchen aus den Samenleitern heraus, binden die Enden hoch und nähen sie fest." Der Patient stellte sich die Aktion bildlich vor und wurde blass. "Anschließend nähen wir das Skrotum wieder zu und lassen alles vierzehn Tage verheilen. Im Anschluss daran kommen sie noch einmal vorbei, damit wir ihr Ejakulat auf Spermien untersuchen können." "Mein - was?" "Ihr Ejakulat", wiederholte der Mann im weißen Kittel, und seine gute Fee erklärte: "Das ist diese weißliche Masse ..." "Verstanden", nickte der Patient und packte seine Kostbarkeiten wieder ein. "Kommt denn dann überhaupt noch etwas heraus?" Der Doc seufzte leicht: "Herr Mager, wenn der Eingriff gelingt, wird für Sie alles sein wie vorher. Das einzige, was Ihnen vermutlich fehlt, sind die Spermien - und dass Ihnen die fehlen, werden Sie mit Sicherheit nicht merken. Noch Fragen?" Der PEGASUS-Mann dachte nach. Mechthilds Bedingungen waren eindeutig und ultimativ: Wenn er nicht endlich diesen Eingriff vornehmen ließ, bedeutete es das endgültige Aus für seine sexuellen Aktivitäten - zumindest was die Kontakte zu seiner Ehefrau betraf. "Einverstanden?" Mager nickte unwillkürlich, fühlte sich aber äußerst unwohl dabei .... Saale starrte auf das Messer wie auf eine Cobra, die sich unter seiner Bettdecke eingenistet hatte. Nur langsam wuchs in seinem vernebelten Gehirn die Erkenntnis, dass es dem Thai blutiger Ernst war. Sein Mund wurde trocken, die Stirn wurde nass. "Manni", sagte der Pagenkopf so gleichgültig, als hätte man ihn nach der Uhrzeit gefragt. Saales Hand tastete nach der Gesäßtasche ... zurück zur Übersicht... |