Die ersten Bücher- Statement - Rede -
Aufruf
Die ersten Bücher
Reinhard Junge:
Barras-Report
- Tagebuch einer Dienstzeit
"Junge, was machen Sie, wenn heute Nacht die
Russen kommen?" -
18 Monate im PzGren-Btl. 191 (Ahlen/Westf.)
Weltkreis-Verlag, Dortmund 1971 (vergriffen)
Jürgen Pomorin / Reinhard Junge:
Die
Neonazis
Kühnens "schwarze Jungs" - Menschenjagd in
Frankfurt -
Fürther Bürger machen mobil - Kasseler Schüler
gegen Hitler-Welle
Dortmund 1978, 6. Auflage 1982
Niederländisch (1979), Russisch (1980)
(vergriffen)
Jürgen Pomorin / Reinhard Junge:
Vorwärts,
wir marschieren zurück
Spaziergang mit Nazi-Oberst Rudel - Besuch bei einem
SS-Chef - NPD-Aufmarsch an der Grenze der DDR ...
Dortmund 1979, 3. Auflage 1981
Russisch (1980)
(vergriffen)
J. Pomorin / R. Junge / G. Biemann / H.-P.
Bordien:
Blutige
Spuren. Der zweite Aufstieg der SS
Todesfalle Toplitzsee - Eichmann-Kumpan wird
hanseatischer
Ehrenmann - SS-Verbrecher als Hausjurist bei Stinnes
Dortmund 1980, 5. Auflage 1984
Russisch (1983), Bulgarisch (1985), Slovakisch (1986),
Tschechisch (1988)
(vergriffen)

Jürgen Pomorin / Reinhard Junge / Georg Biemann:
Geheime
Kanäle. Der Nazi-Mafia auf der Spur
Die Knastkontakte der "Stillen Hilfe" -
Nazis foltern für Pinochet -
SS-Mörder Kappler im Koffer über die Alpen
Dortmund 1981, 3. Aufl. 1982
Russisch (1985), Bulgarisch (1986)
(vergriffen)
Hans-Jürgen Kawalun / Reinhard Junge (Hrsg.):
Grünzeug.
Stories vom Bund
Zwischenfall beim Zapfenstreich - Noch 1017 Tage -
Alarm -
Truppenverbandsplatz-Üb - Enttäuschung für den
Hauptmann
Dortmund, 1983
(vergriffen)
Gesamtauflage der hier genannten Titel:
über 500.000 Exemplare
Statement
in Radio 98,5 ("Ruhrwelle Bochum")
"Ich
bin gegen Rechts, weil ich möchte, dass meine und alle
anderen Kinder in Frieden leben können. Die Menschen müssen
begreifen, dass eine andere Sprache, eine andere
Hautfarbe oder eine andere Religion nichts ist, vor dem
man Angst haben muss, sondern etwas, auf das man
neugierig sein kann."
Gegen
die Heuchelei der Regierenden (Rede)
Nachdem
Nazi-Skins in Bochum einen jungen Farbigen gejagt hatten,
demonstrierten am 11. August 2000 fast zweitausend
Menschen durch die Bochumer Innenstadt. Während der
Auftaktkundgebung vor dem Hauptbahnhof wandte sich der
Inhaber dieser Homepage als Vertreter der Vereinigung der
Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA)
mit dem folgenden Redebeitrag an die Versammelten:
Wie empört die Mitglieder gerade der VVN/BdA über
die jüngsten Verbrechen von Neonazis sind, brauche ich
sicher nicht zu betonen. Aber genauso groß ist unsere
Empörung über die öffentliche Heuchelei, die seit dem
Düsseldorfer Sprengstoffanschlag betrieben wird. Denn
alle Formen des Neonazismus begleiten die Geschichte der
BRD seit Anfang an:
> Da gab es unter Adenauer die Begnadigungsaktionen für
Wirtschaftsführer, Generäle, Lehrer, Richter und
Polizisten, die mit dem Hitlerregime kollaboriert, ihm
gedient und Schuld auf sich geladen hatten.
> Da gab es in den 60-er Jahren die Förderung der NPD
durch große Firmen - z.B. durch den Bielefelder Oetker-Konzern,
dessen Gründer SS-Mitglied gewesen war.
> Da gibt es noch immer die oft halbherzige Verfolgung
von Neonazi-Straftaten durch Polizei und Justiz, was von
den Tätern eher als augenzwinkernde Billigung, aber
nicht als eine wirkliche Bestrafung aufgefasst wird. Und
die alarmierenden Berichte über die geistige Verfassung
der Bundeswehr oder der Polizei - u.a. von der AG "Kritische
Polizisten" - sind weitgehend folgenlos geblieben.
Ich will jetzt nicht darüber spekulieren, ob wir gegenwärtig
dieselbe öffentliche Debatte hätten, wenn die Opfer in
Düsseldorf keine jüdischen Menschen, sondern Afrikaner
oder Türken gewesen wären. Fakt ist: Die Menschenjagden
vor allem in den Städten des Ostens haben die Politiker
der etablierten Parteien nicht allzu sehr beunruhigt. Und
wenn es - wie in Solingen - in diesem Teil des Landes
besonders spektakuläre Verbrechen gab, dann wurden die
Schuldigen schnell zu verirrten Einzelgängern erklärt.
Jetzt aber spielen sich Leute wie Bayerns Innenminister
als oberste Nazi-Jäger auf. Doch sie schweigen über die
eigene Schuld: die rigide Abschiebungspolitik gerade in
Bayern, die Kampagnen von CDU/CSU gegen das Asylrecht,
gegen das Einbürgerungsgesetz und gegen die "Green
Card", die rassistischen Äußerungen von Politikern
wie Rüttgers. All das hat wesentlich dazu beigetragen,
dass Nazi-Anschläge bei vielen Leuten klammheimliche
oder unverhohlene Zustimmung finden. Und wenn jetzt sogar
Deutschlands Großindustrie gegen neonazistische Gewalt
wettert, dann beklagen diese Manager nicht das Leid der
Verfolgten, sondern den Schaden für den "Standort
Deutschland" - offenbar geht es wieder einmal nur um
ihren Profit.
Diese öffentliche Heuchelei setzt sich fort bis nach
Bochum. Drei Tage nach der Hetzjagd auf einen Farbigen
ließ die Polizei verkünden, dass es "keine Zunahme
bei rechter Gewalt" gebe. Im selben Artikel der WAZ
vom 8. August aber kann man nachlesen, dass Bochumer
Polizisten in der körperlichen Attacke gegen einen Ausländer,
die mit dem Wort "Kanake" begann, nicht mehr
gesehen haben als eine ganz normale Kneipenschlägerei -
sie hätten keinen "rechtsradikalen Hintergrund"
erkennen können. Wie viele andere Vorfälle ähnlicher
Art werden als "normale" Kriminalität
abgebucht, damit die Statistik und der Ruf der Stadt
sauber bleiben?
In derselben Ausgabe der WAZ erklärte Kriminalrat Bernd
Hendigk, Chef des "Polizeibüros II" und damit
Bochums oberster "Staatsschützer", dass es
zwar ein paar Jugendliche mehr in der rechten Szene, aber
"keinen Grund zu Panik" gebe, weil es sich
lediglich um unorganisierte Grüppchen handele ... Auf
das braune Haus der NPD in Wattenscheid angesprochen,
behauptete Kriminalrat Bendigk: "Wir haben keine
Erkenntnisse, dass die örtliche NPD-Führung Einfluss
auf die Jugendlichen ausübt." Seltsam nur, dass
Bochumer und Wattenscheider Antifaschisten seit Jahren
einen völlig anderen Eindruck haben.
Solche Verharmlosungen rechter Gewalt sind für mich empörend,
aber nicht verwunderlich. Befinden wir uns doch in einer
Stadt,
> in der in den 60-er Jahren alle Unterlagen über die
hier ausgebeuteten Zwangsarbeiter vernichtet wurden,
> die eine 15 Jahre alte Dokumentation der VVN, in der
rund hundert Zwangsarbeiterlager und die entsprechenden
Ausbeuterfirmen wie Eickhoff und Lueg genannt werden,
nicht zur Kenntnis nimmt,
> deren Oberbürgermeister (im Gegensatz zu
Amtskollegen und Parteifreunden in anderen Kommunen des
Ruhrgebiets) keine Veranlassung sieht, unsere Stadt am
Stiftungsfonds zu Gunsten der Zwangsarbeiter zu
beteiligen,
> in der antifaschistische Denkmäler auf der
Schutthalde im Bauhof landen,
> die sich weigert, Folterstätten der Nazis und ein
Nebenlager des KZ Buchenwald zu kennzeichnen,
> die das ehemalige KZ auf dem Gelände der Zeche
"Gibraltar" nicht in eine Gedenkstätte,
sondern in einen Partyschuppen verwandelt hat,
> die in 55 Jahren keine eigene Dokumentation über
Judenverfolgungen und "Arisierungen" zustande
gebracht hat,
> deren Oberbürgermeister noch nie bei der Ehrung für
die von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfer zu sehen
war, der aber statt dessen regelmäßig am "Tag der
Heimat" zu unverbesserlichen Revanchisten geht, für
die der Zweite Weltkrieg sich auf alliierte Bombardements
ziviler Ziele und auf die Vertreibung von Deutschen aus
dem Osten beschränkt.
So kommt es, dass der braune Ungeist längst in der
"Mitte der Gesellschaft", bei unseren Nachbarn
und Kollegen, angekommen ist: Wer sich in der Kneipe über
antisemitische Witze empört, fliegt raus - so letzte
Woche in Bochum-Querenburg passiert.
Wenn sich an diesen Zuständen endlich etwas ändern
soll, dann dürfen wir nicht auf "die da oben"
warten. Dann müssen wir selbst weiterhin aufklären und
immer wieder Druck ausüben - so wie heute mit dieser
Demonstration.
Aufruf
gegen NATO-Bomben
Als die NATO im Frühjahr 1999 Jugoslawien bombardierte,
kam es auf Initiative von Münchener Autorinnen und
Autoren zu dem folgenden Aufruf von Kriminalautoren und
Verlegern gegen den Krieg.
Was sich niemand vorstellen konnte: Die SPD/Bündnis-Grüne-Regierung
nimmt entgegen Völkerrecht und Grundgesetz an einem
Angriffskrieg teil. Deutschland führt wieder Krieg.
Krieg ist der Höhepunkt der Unmenschlichkeit. Die NATO-Bomben
behandeln nicht den eigentlichen Konflikt und können so
nichts lösen. Im Gegenteil führen sie noch weitere
Konflikte und deren mögliche Eskalierung herbei.
Der Krieg kostet Milliarden aus Steuermitteln, während für
die Entwicklung ziviler gewaltloser Friedensdienste nur
ein Bruchteil ausgegeben wird.
Die Waffen nieder! Schluss mit der NATO-Bombardierung!
Sofort an den Verhandlungstisch! Der Rückfall in eine
unvorstellbare Barbarei darf nicht das Signal sein, das
von Europa ausgeht!
Dr. Jürgen Alberts, Ingvar Ambjörnsen, Helga Anderle,
Friedrich Ani, Jacques Berndorf, Martina Bick, Dr. Rutger
Booß, Sabine Deitmer, Annette Döbrich, Horst Eckert, Dr.
Jürgen Ehlers, Jan Eik, Friedrich Emde, Klaus-J. Frahm,
Dr. Dorle Gelbhaar, Doris Gehrcke, Peter Gerdes, Günter
Gerlach, Birgit H. Hölscher, Peter Höner, Reinhard
Junge, Dr. Edith Kneifl, Carmen Korn, Paul Lascaux, Dr.
Hartwig Liedtke, Robert Lynn, Andreas Mäckler, Hartmut
Mechtel, Wolfgang Mittmann, Ingrid Noll, Dagmar
Scharsich, Nina Schindler, Dorothee Steuer, Karl-Michael
Stöppler, Dr. Regula Venske, Dr. Walter Wehner, Barbara
Wendelken, Dr. Walter Wehner, Barbara Wendelken, Dr.
Peter Zeindler
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